Braucht es Medikamente?

Vielleicht stehst Du - genauso wie ich und viele andere Betroffene - der Einnahme von Medikamenten, skeptisch gegenüber. Antidepressiva sind jedoch eine wichtige Säule der Behandlung. Ebenso ist es die am häufigsten angewendete Therapie. Die nachfolgenden Informationen sollen Dir dabei helfen, die Wirkung der Antidepressiva besser zu verstehen und zu wissen, warum sie so ein wichtiger Teil der Behandlung sind.

 


Wie können Medikamente helfen?

Vielleicht siehst Du als Ursache Deiner Erkrankung den Stress im Beruf, Schwierigkeiten in der Partnerschaft oder sonst eine schwierige Lebenssituation an. Besonders dann, stellst Du Dir wahrscheinlich die Frage, wie Medikamente bei einer psychischen Erkrankung wie der Depression helfen sollen.

Wichtig zu wissen ist, dass eine Depression keine Reaktion auf Lebensumstände, sondern eine eigenständige Erkrankung ist. Auch wirst Du in einer Depression die oben beschriebenen Probleme als kaum zu bewältigen oder als unlösbar erleben.

Mit einer erfolgreichen medikamentösen Behandlung der Depression kann jedoch ein Abklingen der Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Freudlosigkeit bewirkt werden. Die bestehenden Probleme werden wieder Teil des - oft durch Schicksalsschläge geprägten - Lebens, sie erscheinen weniger groß und wieder bewältigbar.

Wann und wie wirkt eine medikamentöse Behandlung?

Es hilft, wenn Du Dich mit den Möglichkeiten der medikamentösen Behandlung beschäftigst. Denn wenn Du von der Behandlung überzeugt bist, wirst Du das antidepressiv wirksame Medikament auch regelmässig und über einen ausreichend langen Zeitraum einnehmen. Dies ist fundamental, denn Antidepressiva wirken nicht sofort wie beispielsweise Schmerztabletten oder Schlafmittel unmittelbar nach der Einnahme. Meist zeigt sich aber innerhalb der ersten zwei Wochen der kontinuierlichen Einnahme eine erste Besserung der depressiven Symptome. Oft dauert es dann weitere drei bis vier Wochen, bis sich die volle depressionslösende Wirkung zeigt.

 

Anmerkung:

Nicht jeder Erkrankte spricht auf das erste verordnete Antidepressivum an und es kann unter anderem mehrere Behandlungsversuche benötigen, bis ein wirksames und verträgliches Medikament gefunden wird.

 

Antidepressiva und ihre Wirkungsprofile

Bei Depressionen können verschiedene Medikamente eingesetzt werden. Dabei hängt die Wahl des Medikaments vom Schweregrad der Depression, dem Patientenalter, früheren Krankheitsverlauf und weiteren Faktoren ab.

 

Die verschiedenen Antidepressiva unterscheiden sich hinsichtlich ihres Wirkungsprofils. So können sie neben einer stimmungsaufhellenden Wirkung auch antriebssteigernde (thymeretische), antriebsneutrale oder antriebsdämpfende sowie beruhigende (sedierende) und angstlösende (anxiolytische) Wirkungen entfalten.

 

Nebst verschreibungspflichtigen Medikamenten gibt es auch rezeptfreie Antidepressiva. In jedem Fall solltest Du Dich aber von einem Arzt beraten lassen, bevor Du ein Medikament einnimmst.


Nebenwirkungen

Je nach Medikament können unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. 

Die häufigsten betreffen das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem und die Sexualität. Auch hier können grosse Unterschiede bestehen, denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Antidepressiva.

Während viele Menschen keine Nebenwirkungen oder nur in den ersten Tagen leichte Nebenwirkungen verspüren, leiden andere unter Nebenwirkungen, die auf Dauer nicht akzeptabel sind. Einige Beispiele sind ein veränderter Blutdruck, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Sehstörungen, Gewichtszunahme, verminderte Libido oder Erektionsstörungen. Lies den Packungszettel also sorgfältig durch und achte auf Veränderungen an Dir. Teile auftretende Nebenwirkungen unbedingt dem behandelnden Arzt mit. So kannst Du mit ihm besprechen, wie sehr Dich die Nebenwirkungen beeinträchtigen, und ob gegebenenfalls eine Umstellung (zum Beispiel Reduktion der Dosis, anderes Medikament) vorgenommen werden muss.

Wie und wann absetzen?

Antidepressiva dürfen bei Besserung nicht sofort wieder abgesetzt werden, da sonst das Risiko gross ist, dass die Depression zurückkommt, ähnlich wie sich auch nach Absetzen eines Blutdruckmittels der Blutdruck wieder verschlechtern würde. Um langfristig einen Rückfall zu vermeiden, sollten die Antidepressiva auch nach Abklingen der Depression für ca. vier bis acht Monate in gleicher Dosierung weiter eingenommen werden. Sind die Depressionen sehr schwer und gab es bereits mehrere depressive Erkrankungsphasen, dann ist oft eine über mehrere Jahre gehende Medikamenteneinnahme zur Rückfallverhütung zu empfehlen.

 

Alternativen

Was wenn Du aber keine Psychopharmaka nehmen kannst (z.B. Schwangerschaftswunsch, zu starke Nebenwirkungen, o.ä.)? Oder Du trotz Arztgesprächen und diesen Informationen keine nehmen möchtest? Auch dann gibt es unterstützende Alternativen.

Es ist nämlich bewiesen, dass körperliche Aktivität bei milden oder moderaten Symptomen von Angst und Depression ähnlich gute Ergebnisse erzielen wie eine Psychotherapie und medikamentöse Behandlungen. Teilweise ist körperliche Aktivität sogar effektiver darin, Symptome zu reduzieren als Psychopharmaka. Mehr dazu findest Du in meiner Rubrik Bewegung  & Sport.

 

Eine weitere Alternative ist das CBD-Öl. Es ist ein rein pflanzliches und natürliches Mittel gegen Angst. Es hilft sehr gut bei Angststörungen, Panikattacken und Depressionen. Es ist zudem rezeptfrei erhältlich.